Freitag, 29.05.2026

Neues Praxisheft erklärt, wie Streuobstwiesen erhalten und gepflegt werden können

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Post für alle, die mehr wissen wollen

Streuobstwiesen prägen Teile der hessischen Kulturlandschaft und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Zugleich sind sie in vielen Regionen bedroht. Der Landkreis Groß Gerau hat eine überarbeitete Broschüre herausgegeben, die praktische Hinweise zur Anlage und Pflege solcher Flächen bündelt.

Vielfalt und ökologischer Wert

Hochstämmige Obstbäume, blütenreiche Wiesen und eine Vielfalt regionaler Obstsorten schaffen spezifische Lebensräume. Wildbienen, Schmetterlinge, Steinkauz, Gartenrotschwanz, Zauneidechsen und Fledermäuse wie der Große Abendsegler finden auf Streuobstwiesen Nahrung und Rückzugsräume. Neben dem ökologischen Nutzen sind Streuobstwiesen elementarer Bestandteil regionaler Kulturgeschichte.

Rückgang durch Nutzung und Klimaeinflüsse

In den vergangenen Jahrzehnten sind viele Bestände verschwunden. Ursachen sind unter anderem Bebauung, Umwandlung in Ackerflächen oder Plantagen sowie mangelnde Pflege. Ohne regelmäßige Mahd verbuschen Wiesen, und veraltete Bestände ohne Nachpflanzungen verlieren an Struktur und Artenreichtum. Hinzu kommen Folgen des Klimawandels. Trockenperioden, Starkregen, späte Fröste sowie Schädlinge und Krankheiten führen zu vermehrten Schäden und verändern Blüh- und Erntezeiten.

Praktische Hinweise für Anlage und Pflege

Die neu aufgelegte Broschüre basiert auf langjähriger Erfahrung der Fachautorin Barbara Stowasser und fasst Praxiswissen aus dem hessischen Ried zusammen. Herausgeber sind der Landkreis Groß Gerau, der Landschaftspflegeverband Kreis Groß Gerau und der Geo Naturpark Bergstraße Odenwald. Die Publikation behandelt Standortwahl, regionale Obstsorten, Pflanzung, Schnittmaßnahmen und typische Problempunkte. Ziel ist es, Planungsfehler bei Neuanlagen zu vermeiden und Bewirtschaftungsfehler zu mindern, die oft verhindern, dass Flächen sich zu ökologisch wertvollen Wiesen entwickeln.

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