Der Gesundheitsbereich des Kreises Groß Gerau hat eine Informationskampagne zu Humanen Papillomviren und der Schutzimpfung gegen HPV angekündigt. Ziel ist es, die Impfquote zu erhöhen und Eltern sowie Jugendliche besser über Risiken, Nutzen und Angebote aufzuklären. Als sichtbarer Bestandteil der Aktion wird vom 16. bis 27. März 2026 eine Wanderausstellung im Foyer des Landratsamts in Groß Gerau gezeigt. Ein Themenschwerpunkt ist geplant für den Tag des Gesundheitsamts am 19. März.
Kampagne, Formate und Zielgruppen
Die Maßnahmen richten sich an Kinder und Jugendliche, an Eltern sowie an Multiplikatoren aus Schulen und dem Gesundheitswesen. Geplant sind Presseinformationen, Beiträge in Sozialen Medien sowie Veranstaltungen vor Ort. Das Kreisgesundheitsamt prüft zudem Informationsangebote über Schulen und mögliche Aktionen für Schülerinnen und Schüler. Langfristig ist auch eine engere Zusammenarbeit mit medizinischen Akteuren und weiteren Partnern vorgesehen.
Was die Impfung leistet und für wen sie empfohlen wird
Humane Papillomviren zählen zu den häufigsten Virusinfektionen weltweit. Bestimmte Virustypen können verschiedene Krebsarten auslösen, etwa Gebärmutterhalskrebs sowie Tumoren im Analbereich, Genitalbereich und Rachenraum. Bei Frauen sind nahezu alle Fälle von Gebärmutterhalskrebs auf spezielle HPV Typen zurückzuführen. Bei Männern stehen etwa ein Drittel der Peniskarzinome mit HPV in Zusammenhang. Die Impfung gegen HPV schützt vor den wichtigsten krebsauslösenden Virustypen und wirkt am besten, wenn sie vor einer möglichen Ansteckung erfolgt. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung für Kinder im Alter von neun bis 14 Jahren. Nachholimpfungen sind bis zum vollendeten 18. Lebensjahr möglich. Studien zeigen, dass die Impfung gut verträglich ist und das Risiko für HPV bedingte Krebserkrankungen deutlich senkt.
Hintergrund und Ziele der Aufklärung
Die Impfquoten im Kreis Groß Gerau liegen derzeit unter den Durchschnittswerten für das Land und das Bundesgebiet. Studien weisen zudem darauf hin, dass viele Eltern und Jugendliche nur unzureichend über HPV, mögliche Krankheitsfolgen und den Nutzen der Impfung informiert sind. Mit der Kampagne will das Gesundheitsamt sachliche Informationen bereitstellen, Unsicherheiten abbauen und eine informierte Entscheidung unterstützen. Der Kreis sieht darin einen Beitrag zur Krebsprävention und zur Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit durch bessere Zugänge zu verlässlicher Information.

