Montag, 24.08.2026

Kein Badevergnügen am Mönchwaldsee: Wegepflicht und Verbote zum Schutz von Wasservögeln

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An warmen Tagen suchen viele Menschen den Mönchwaldsee im Kreis Groß-Gerau auf. Die klare Wasserfläche wirkt auf den ersten Blick wie ein Badesee. Baden ist dort jedoch nicht erlaubt und die Ufer dürfen nur auf offiziell ausgewiesenen Wegen betreten werden. Der See gehört zum EU-Vogelschutzgebiet Untermainschleusen und zum gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet.

Warum das Betreten eingeschränkt ist

Der Mönchwaldsee ist eine ehemalige Kiesgrube, die sich zu einem wichtigen Lebensraum für zahlreiche Vogelarten entwickelt hat. Als Brutgebiet und als Rast- und Überwinterungsort für Zugvögel sind störungsarme Bereiche von zentraler Bedeutung. Schon einzelne Besucher in Ufernähe, Schwimmer oder Hunde können Vögel vertreiben. Bei wiederholter Freizeitnutzung summieren sich diese Störungen und beeinträchtigen Nahrungsaufnahme, Ruhephasen und Bruterfolg.

Nicht jeder sichtbare Trampelpfad ist deshalb ein erlaubter Weg. Nur die offiziell ausgewiesenen Wege dürfen genutzt werden. Behörden beobachten wiederholt, dass Besucherinnen und Besucher vorhandene Trampelpfade als Beleg dafür anführen, den öffentlichen Weg nicht verlassen zu haben. Diese Pfade führen häufig direkt zum Ufer und sind nicht Teil des Zugangsnetzes.

Gefahren für Menschen erklären das Badeverbot

Das Badeverbot hat neben dem Schutz der Tierwelt auch sicherheitsrelevante Gründe. Als ehemalige Kiesgrube ist der See sehr tief. Unter Wasser liegen noch Überreste früherer Nutzungen und es können unvorhersehbare Grundwasserströmungen auftreten. Schwimmen und Tauchen sind daher potenziell gefährlich und gelten als nicht zulässig.

Kontrollen und mögliche Sanktionen

Die Stadt Kelsterbach führt gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Groß-Gerau regelmäßig Kontrollen am Mönchwaldsee durch. Dabei werden Besucher auf die geltenden Schutzbestimmungen hingewiesen. Bei Verstößen können Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden.

Raumkonflikt mit dem Flughafen

Direkt neben dem See verläuft die Landebahn des Frankfurter Flughafens. Der Ausbau des Flughafens, insbesondere die Errichtung der Startbahn Nordwest, hat den Naturraum verändert und die Lebensraumqualität rund um den Mönchwaldsee zusätzlich belastet. In diesem bereits beeinträchtigten Umfeld gewinnen die verbleibenden störungsarmen Bereiche an Wert, weshalb die bestehenden Schutzregelungen als wichtig erachtet werden.

Besucherinnen und Besucher können durch rücksichtsvolles Verhalten dazu beitragen, den See als Rückzugsraum für Haubentaucher, Eisvogel und andere Wasservögel zu erhalten. Naturbeobachtung ist auf den vorgesehenen Wegen möglich, ohne die Tiere zu stören.

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