Montag, 23.03.2026

Darmstadt beginnt Mitte April mit prophylaktischer Behandlung von rund 3600 Eichen gegen Prozessionsspinner

Empfohlen

redaktion
redaktionhttps://darmstadt-post.de
Post für alle, die mehr wissen wollen

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt will voraussichtlich ab Mitte April 2026 erneut gegen den Eichenprozessionsspinner vorgehen. Nach Angaben der Stadt werden rund 3600 Eichen im gesamten Stadtgebiet vorbeugend behandelt, um die gesundheitlichen Risiken durch die Brennhaare der Raupen zu reduzieren.

Einsatzplan und angewendete Mittel

Das Grünflächenamt setzt demnach ein biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel ein. Bei befallenen Bäumen kommt Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki zum Einsatz. Die Behandlungen erfolgen bodengebunden mit einer Hochleistungssprühkanone. Betroffen sind unter anderem Bäume auf Spielplätzen, Friedhöfen, in öffentlichen Grünanlagen, an Straßen sowie in der Nähe von Kindergärten, Schulen und Freibädern.

An mehreren Gewässern und im Vivarium sind ergänzende Einsätze geplant. Genannt wurden Großer Woog, Steinbrücker Teich, Grube Prinz von Hessen, Erich Kästner See und Arheilger Mühlchen. Dort sollen zusätzlich Nematoden (Steinernema feltiae) eingesetzt werden. Aufgrund der Licht- und Austrocknungsempfindlichkeit dieser Nematoden ist ihre Ausbringung nur in den Nachtstunden zwischen 19 und 6 Uhr vorgesehen. Weil das Mittel zweimal ausgebracht werden muss, ist voraussichtlich Ende April eine zweite Behandlung geplant.

Luftbehandlungen und Einschränkungen

Ergänzend zu den Maßnahmen vom Boden aus sind zwischen Mitte April und Anfang Mai Besprühungen aus der Luft vorgesehen. Betroffen sind der Waldfriedhof, das Freizeitgelände Orplid und die Anlagen des Tierschutzvereins Darmstadt e.V. Für die Dauer der Hubschraubereinsätze müssen diese Flächen kurzfristig gesperrt werden. Das Grünflächenamt und die ausführende Firma kündigten an, die Arbeiten so zu organisieren, dass die Lärmbelästigung für Anwohnerinnen und Anwohner möglichst gering bleibt.

Gesundheitsrisiken und Hinweise für die Bevölkerung

Die Brennhaare der Raupen können bei Kontakt Hautrötungen mit Schwellungen und Juckreiz auslösen. In sensiblen Fällen sind asthmatische Anfälle und allergische Schockreaktionen möglich. Lose Haare werden leicht vom Wind verteilt, weshalb die Stadt zu Vorsicht im Umgang mit befallenen Eichen und zu Meidung gesperrter Bereiche rät.

Für Fragen und Hinweise auf befallene städtische Bäume hat das Grünflächenamt eine Telefonnummer und Onlineinformationen bereitgestellt. Erreichbar ist das Amt unter 06151 13 2900. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der Stadt unter https://www.darmstadt.de/leben/umwelt/im-gruenen/baeume/eichenprozessionsspinner.

Hintergrund

Der Eichenprozessionsspinner ist eine kleine Nachtschmetterlingsart, deren Larven auf Eichen leben und in langen Prozessionen zu den Fressplätzen ziehen. Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen die namensgebenden Brennhaare. Nach Angaben der Stadt hat sich die Art in innerstädtischen Bereichen durch heiße Sommer und milde Winter der vergangenen Jahre verstärkt.

Weiterlesen

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Aktuelles